iwoca KMU-Index: 6 von 10 Finanzierungsexpert*innen erwarten weiteren Anstieg der Insolvenzen

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Roter Bogen geviertelt
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  • 51 Prozent sehen verspätete Zahlungseingänge als häufigste Ursache für Insolvenz oder Insolvenzgefährdung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)
  • Nachfrage verschiebt sich zu kleineren Kreditsummen (25.001 bis 50.000 Euro) - ein Segment, das Großbanken besonders zurückhaltend bedienen
  • Schnelligkeit ist Trumpf: 82 Prozent der Expert*innen nennen die Geschwindigkeit der Kreditentscheidung als wichtigstes Auswahlkriterium für ihre KMU-Kund*innen

Berlin, 03. August 2026 – Knapp 13.000 Firmenpleiten allein im ersten Halbjahr, laut Creditreform der höchste Stand seit über 20 Jahren: Die Insolvenzwelle in Deutschland reißt nicht ab. Hohe Energiepreise, steigende Lohnnebenkosten und eine geopolitisch instabile Lage setzen den Mittelstand zunehmend unter Druck. Und eine schnelle Besserung ist laut dem aktuellen KMU-Index des deutsch-britischen Fintechs iwoca vorerst nicht in Sicht. 63 Prozent der befragten Finanzierungsexpert*innen erwarten einen weiteren Anstieg der KMU-Insolvenzen in den kommenden sechs Monaten. Als Haupttreiber identifizieren sie eine schlechte Zahlungsmoral: Mit 51 Prozent führen Liquiditätsengpässe durch verspätete Zahlungseingänge die Liste der am häufigsten beobachteten Ursachen für eine Firmeninsolvenz an.

Die größten Insolvenztreiber

Befragt wurden 72 Finanzierungsexpert*innen, darunter Banken, Makler*innen und Plattformen, die im letzten Quartal insgesamt 2.088 KMU-Kreditanfragen bearbeitet haben. Sie zeichnen ein alarmierendes Bild aus der Praxis: Neben unbeglichenen Rechnungen zählen sie Auftragsrückgänge (46 Prozent), Forderungsausfälle (42 Prozent) und gestiegene Material- und Beschaffungskosten (35 Prozent) zu den häufigsten Ursachen für Insolvenz oder Insolvenzgefährdung. Auffällig ist: Auch ein eingeschränkter Zugang zu Bankfinanzierungen wird von gut einem Viertel der Expert*innen (26 Prozent) als eigenständiger Treiber für Insolvenzen betrachtet.

Banken ziehen sich weiter zurück - Nachfrage verschiebt sich

Während der Liquiditätsdruck auf den Mittelstand steigt, verschärft sich die Kreditklemme weiter. Aktuell bewerten 87 Prozent der Befragten das Vergabeverhalten von Großbanken als „zurückhaltend“ oder „sehr zurückhaltend“ - ein erneuter Anstieg gegenüber dem Vorquartal (80 Prozent im ersten Quartal 2026).

Gleichzeitig verschiebt sich die am häufigsten nachgefragte Kreditsumme nach unten: 44 Prozent der Expert*innen geben an, dass ihre Kund*innen am häufigsten ungesicherte Kredite zwischen 25.001 und 50.000 Euro anfragen. Bis dato lag der Mehrzahl der beantragten Kredite bei 50.001 bis 100.000 Euro. Gerade die kleineren Summen sind für das tägliche Cashflow-Management mittelständischer Betriebe existenziell. Großbanken bedienen Kredite dieses Segments jedoch besonders zurückhaltend, da sie dort oftmals mit relativ höheren Prozesskosten einhergehen.

Fabian Platzen, General Manager von iwoca Deutschland: “Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen vor einem Dilemma: Sie verfügen über eine solide Auftragslage, doch gerade Zahlungsausfälle von Dritten lassen sich kaum planen oder vorhersehen. Ihr Problem ist kein betriebliches, sondern ein zeitliches: Das Geld steckt in offenen Forderungen fest, während laufende Kosten weiterlaufen. Wer in einer solchen Lage schnell an zusätzliche Liquidität kommen will, zum Beispiel einen Überbrückungskredit, kann es sich nicht leisten, mehrere Wochen auf eine Zusage seiner Hausbank zu warten. Umso wichtiger werden digitale Anbieter wie iwoca, die mit schnellen Kreditentscheidungen und Auszahlungen oftmals noch am selben Tag dafür sorgen, dass gesunde KMU handlungsfähig bleiben.”

Schnelligkeit wird zum entscheidenden Faktor

Wie wichtig der schnelle und unbürokratische Zugang zu Kapital in der aktuellen Gemengelage ist, bestätigen auch die Expert*innen: 82 Prozent nennen die Schnelligkeit der Entscheidung als wichtigstes Kriterium bei der Wahl des passenden Kreditgebers für ihre Kund*innen, gefolgt von einem möglichst geringen Dokumentenaufwand im Verhältnis zum angefragten Kreditbetrag (64 Prozent).

Über den iwoca KMU-Index: 

Der iwoca KMU-Index wird vierteljährlich erhoben und basiert auf einer Online-Befragung von Kreditexpert*innen in Deutschland, darunter Banken, Makler*innen und Plattformen. Die Ergebnisse bieten einen regelmäßigen Einblick in die Finanzierungslage kleiner und mittlerer Unternehmen und wie sich diese in verschiedenen wirtschaftlichen Trends entwickelt. Die aktuelle Befragung wurde vom 7. bis zum 21. Juli 2026 durchgeführt. Für die Untersuchung wurden 72 Finanzierungsexpert*innen befragt, die im letzten Quartal 2.088 KMU-Kreditanfragen bearbeitet haben.

Bildquelle:
Autor:
Beatrice Herrmann

PR & Communications Manager

Zuletzt geändert am:
Aug 5, 2026

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