Der Betriebsmittelkredit für KMU

Oftmals benötigt ein Unternehmen finanzielle Mittel, um den Zeitraum zwischen Wareneinkauf und dem Verkauf der Produkte zu überbrücken. Bei saisonabhängigen Betrieben müssen auch mal umsatzschwache Monate überbrückt werden, damit der Betrieb nicht ins Stocken gerät.

By Misti Khan on 14/10/2019

Geschäftsbesprechung am Tisch mit Notizbuch, Tablet und Smartphone

In solchen Fällen hilft ein Betriebsmittelkredit aus. Dieser wird genau dann und dort investiert, wo er benötigt wird, damit die Geschäfte weiterlaufen können. Bekannte Formen eines Betriebsmittelkredites sind der Kontokorrentkredit oder ein kurzfristiges Darlehen. Solch einen Kredit kann grundsätzlich jedes Unternehmen anfragen.Die Konditionen sind meist bonitätsabhängig. Wir verraten Ihnen im Folgenden, was Sie alles über einen Betriebsmittelkredit wissen müssen und was Sie bei der Beantragung beachten sollten.

Was ist ein Betriebsmittelkredit?

Ein Betriebsmittelkredit ist ein kurzfristiger Unternehmenskredit. Er hilft dabei, die Finanzierung des Umlaufvermögens und des laufenden Geschäfts auf kurze Sicht zu sichern. So können Umsatz und Gewinn gesteigert werden, zum Beispiel durch die Vorfinanzierung von Aufträgen und Projekten oder Skontozahlungen. Eine weitere Einsatzmöglichkeit für Betriebsmittelkredite ist die Überbrückung von Liquiditätsengpässen bei Umsatzschwankungen. So kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen weiterhin alle laufenden Kosten decken kann, auch wenn der Umsatz mal schwächer ist. Anders als ein Investitionskredit wird der Betriebsmittelkredit also für laufende Kosten eingesetzt und schafft dem Unternehmen einen finanziellen Freiraum für eine bestimmte Zeit.

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Wichtige Fakten über Betriebsmittelkredite:

Der Betriebsmittelkredit dient zur kurzfristigen Finanzierung des Umlaufvermögens. Das ist die Summe aus allen Betriebsmitteln und laufenden Kosten, die das Unternehmen hat. Der Betriebsmittelkredit wird oft auch Betriebskredit, Betriebsmitteldarlehen, Geschäftskredit oder Überbrückungskredit genannt. Er hilft dem Unternehmen dabei, kurzfristig zahlungsfähig zu bleiben, sodass das laufende Geschäft weiterhin betrieben werden kann. Oftmals wird er in Zeiten von Umsatzschwankungen oder einfach nur als finanzieller Puffer eingesetzt. Durch die Investition in Betriebsmittel kann das Unternehmen aber auch den Umsatz und Gewinn steigern, beispielsweise durch die Vorfinanzierung von Aufträgen und Projekten oder der Nutzung von Skonti.

Betriebsmittel Definition

Betriebsmittel werden für die laufenden Kosten des Unternehmens verwendet. Dazu zählen alle Mittel, die das Unternehmen zur Produktion oder Bereitstellung der Dienstleistung benötigt.

Beispiele dafür sind:

  • Waren- und Materialkosten
  • Rohstoffe
  • Finanzierung von ausstehenden Forderungen
  • Raummiete
  • Personalkosten
  • Marketingkosten

Formen von Betriebsmittelkrediten

Betriebsmittelkredite existieren in verschiedenen Formen. Eine Variante ist ein Kontokorrentkredit auf dem laufenden Geschäftskonto bei der Hausbank. Diese bieten zu bestimmten Konditionen einen Kreditrahmen auf dem Geschäftskonto. Damit können Sie dieses überziehen und zusätzliche finanzielle Mittel in Anspruch nehmen. Andere Formen sind sogenannte Handelskredite. Das sind entweder Lieferantenkredite, bei denen Sie innerhalb einer bestimmten Frist Skonti geltend machen können, oder Kundenkredite, bei denen die Kunden vorab eine Anzahlung auf die Leistung tätigen. Zu Betriebsmittelkrediten zählen auch kurzfristige Darlehen.

Sicherheiten füt den Betriebsmittelkredit

Auch bei einem Betriebsmittelkredit sind bankübliche Sicherheiten zu leisten. Diese können allerdings von Anbieter zu Anbieter variieren. In der Regel spielt die Bonität hier eine Rolle. Dabei ist von der Unternehmens-, aber auch der persönlichen Bonität die Rede. Außerdem muss eine ausreichende Unternehmensperformance nachgewiesen werden. Das erfolgt durch verschiedene Unterlagen, wie Legitimationsdokumente, Jahresabschlüsse oder betriebswirtschaftliche Auswertungen, Businesspläne oder Kontoauszüge. Sollte die Unternehmensperformance nicht ausreichen, kann der Kreditgeber auch einen Bürgen fordern. Das kann beispielsweise auch eine selbstschuldnerische Bürgschaft sein. Sollte das Unternehmen also nicht mehr in der Lage sein, Zahlungen zu leisten, kann der Kreditgeber an den Bürgen herantreten und die ausstehenden Zahlungen von diesem einfordern.

Wie hoch sind die Kosten eines Betriebsmittelkredits?

Normalerweise sind die Kosten für einen Betriebsmittelkredit abhängig vom Kreditbedarf und der Bonität. Letztere wird bei den meisten Anbietern erst geprüft, bevor Sie ein konkretes Angebot stellen. Viele Kredite beinhalten zusätzlich zu den Zinsen noch Bearbeitungs- oder Bereitstellungsgebühren. Vergleichen Sie also Angebote verschiedener Anbieter und achten Sie im Vorfeld auf mögliche ‘versteckte’ Kosten, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

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Unterschied: Betrtiebsmittelkredit vs. Investitionskredit

Anders als ein Investitionsdarlehen wird ein Betriebsmittelkredit zur kurzfristigen Finanzierung verwendet. Hier finden Sie eine Übersicht, in welchen Bereichen sich beide Produkte unterscheiden:

BetriebsmittelkreditInvestitionskredit
Kurz- bis mittelfristige LaufzeitLangfristige Laufzeit
Finanziert UmlaufvermögenFinanziert Anlagevermögen
Deckung von laufenden Kosten (u.a. Material, Ware, Auftragsvorfinanzierung, MarketingAnschaffung von Investitionsgütern (u.a. Maschinen, Anlagen, Immobilien, Grundstücke)
Verhältnismäßig höhere ZinsenVerhältnismäßig niedrige Zinsen
Eher niedriges FinanzierungsvolumenEher hohes Finanzierungsvolumen

Betriebsmittelkredit: Vor- und Nachteile

Die Vorteile eines Betriebsmittelkredites liegen klar auf der Hand: Er lässt sich vielseitig einsetzen. Trotzdem bringt er auch ein paar Nachteile mit sich.

Vorteile:

  • Vermeidung von Liquiditätsengpässen im laufenden Geschäft
  • Ermöglicht die Vorfinanzierung von Aufträgen um den Gewinn zu steigern
  • Hohe Flexibilität durch schnelle Verfügbarkeit und verschiedene Tilgungsmöglichkeiten
  • Breites Spektrum an verschiedenen Anbietern

Nachteile:

  • Hohe Zinsen bei schlechter Bonität
  • Oftmals zusätzliche Kosten wie Bearbeitungsgebühren

FAQ Betriebsmittelkredit

Fragen und Antworten rund ums Thema Betriebsmittelkredit

Was muss ich beachten?

Grundsätzlich können alle Arten von Unternehmen einen Betriebsmittelkredit beantragen. Für die Kreditentscheidung sind hierbei vor allem die Bonität und die Unternehmensperformance wichtig. Stellen Sie also sicher, dass Sie alle zur Prüfung benötigten Unterlagen bereit haben. Sie sollten im Zweifelsfall auch lieber ein Dokument mehr zur Hand haben. Beachten Sie ebenfalls die Kreditsumme. Aufgrund der kurzfristigen Natur des Betriebsmittelkredits bieten einige Anbieter Kredite bis zu einer bestimmten Höhe an. Das kann zum Beispiel ein prozentualer Anteil des Jahresumsatzes sein.

Wo kann ich einen Betriebsmittelkredit beantragen?

Es gibt verschiedene Anbieter, die einen Betriebsmittelkredit anbieten. So können Sie zum Beispiel über Ihre Hausbank einen Antrag stellen. Das ist in der Regel entweder eine Kontokorrentlinie, oder auch ein kurzfristiges Darlehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Beantragung über eine Förderbank, die staatliche Förderung bereitstellt. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet beispielsweise einen Unternehmenskredit für Unternehmen älter als 5 Jahre, oder den ERP-Gründerkredit für Startups an. Außerdem können Sie einen Betriebsmittelkredit über alternative Fintech-Anbieter oder digitale Kreditplattformen erhalten. Diese bieten oft eine sehr schnelle Bearbeitung und Bereitstellung der liquiden Mittel.

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